Germania Fritzlar beim 22:19 gegen Aufsteiger Chemnitz mit viel Mühe

Fritzlar. „Wir haben uns zusammengerauft“, erklärte Torschützin Lena Dietrich das Erfolgsrezept des SV Germania Fritzlar beim 22:19 (10:9)-Erfolg über Drittliga-Aufsteiger Chemnitz.

 

Unwiderstehlich: Fritzlars Linksaußen Lena Dietrich (Mitte) setzt sich hier gegen die Chemnitzerinnen Anja Noack (l.) und Anna Leibnitz durch und erzielt einen ihrer neun Treffer.

© Hahn
Das war allerdings auch bitter nötig, als die Gäste nach 47 Minuten durch Anja Noack mit 17:16 in Führung gingen und dank Horns Zeitstrafe auch noch in Überzahl waren. Fritzlar schwamm und der hoch motivierte Außenseiter spürte das. Fritzlar reagierte auf derlei Schwächen aber auch im Stil einer Spitzenmannschaft, blieb ruhig, rührte in der Abwehr endgültig Beton an und ließ den Neuling abblitzen. Hoßmangs letztes Führungstor der Gäste zum 17:18 ließen die Domstädterinnen einen 4:0-Lauf folgen - und prompt war die Partie entschieden. Wiederum eine Hauptrolle spielte dabei Linksaußen Dietrich, die zwei Gegenstöße sicher verwandelte. Die konnten die tapferen Ostdeutschen in Unterzahl bei drei Zeitstrafen hintereinander nicht mehr verhindern. „Das war der Knackpunkt“, wusste HV-Trainer Thomas Sandner.

Bis dahin hatten seine Schützlinge das sonst so gefährliche Fritzlarer Umschaltspiel höchst effektiv unterbunden. Und damit dem Tabellenzweiten das Torewerfen sehr schwer gemacht, denn dessen Positionsangriff kam zunächst überhaupt nicht auf Touren. „Unsere Wurfausbeute war eine Katastrophe“, ärgerte sich SVG-Trainerin Viktoria Marquardt. Dazu gesellte sich ein Fehlerfestival im Aufbauspiel und Tempogegenstoßpässe, die nicht ankamen. Einziger Lichtblick: Lena Dietrich, die über außen verlässlich einlochte. Ihr sechstes Tor bescherte den Domstädterinnen zumindest eine 10:9-Pausenführung und die Chance zur Besinnung.

Durch drei Treffer in Folge zum 14:11 durch Esther Meyfarth, Vilte Duknaukaite und Bibiana Huck (36.) schienen sie sich in der Tat nach dem Wechsel frei zu schwimmen. Ein offensives Strohfeuer, mehr nicht, denn die Gäste kamen prompt zurück, weil sie die technischen Fehler der Fritzlarerinnen zu nutzen wussten. Da war selbst die starke Torfrau Vanessa Maier machtlos, die hielt, was zu halten war. Und mehr, als ihre Vorderleute in den Momenten der Not noch enger zusammen rückten.

So war der Jubel nach dem Schlusspfiff von Erleichterung geprägt. Und von Marquardts Erkenntnis, „dass wir im Angriff einfach noch Zeit brauchen.“ Die will sie ihren Schützlingen geben. Und bis dahin so viele Punkte holen wie möglich. Was bisher ganz hervorragend gelang. Nur die HSG Gedern/Nidda hat nach sechs Spielen mehr gesammelt - und die spielt im Gegensatz zur Germania schon fast an ihrem Limit. • Fritzlar: Maier (15 Paraden/19 gegentore), Gürbig (n.e.); Dietrich 9, Holeczy, Ahrend, Puntschuh, Lorenz 2, Horn 2, Kerwin 2, Meyfarth 1, Duknaukaite 2, Kiwa, Chmurski 1, Huck 3/3, Dreyer. Chemnitz: Wähner (13/21), König (0/1); Noack 2, Sandner, Hoßmang 3, Lucka 6, Schumann, Streit, Weingardt 1, Breßler 2/1, Leibnitz 2, Grützmann 3. SR: Gimmler/Rips. -Z.: 400. Zeitstrafen: 4:10-Minuten. Siebenmeter: 4/3:1/1.

Ralf Ohm. hna.de 29.10.2017

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