40 Minuten lief es rund

Fritzlar. Die Ansage der Trainerin wurde erhört, die Forderung nach einer klaren Leistungssteigerung im Angriff erfüllt. Zumindest 40 Minuten lang. Das reichte für die Schützlinge von Viktoria Marquardt, um beim 26:25 (16:11) gegen den SC Markranstädt im siebten Saisonspiel der 3. Handball-Liga Ost den sechsten Sieg zu feiern, womit der SV Germania Fritzlar Tabellenführer Gedern/Nidda auf den Fersen bleibt.

 

Am Kreis kaum zu halten: die Fritzlarerin Lorena Lorenz (vorn), die hier Lena Smolik (Markranstädt) versetzt und einen ihrer drei Treffer erzielt. Foto: Hahn


„In der ersten Hälfte war‘s in der Offensive unsere beste Saisonleistung“, konnte die SVG-Trainerin mit Fug und Recht konstatieren. Denn: Ihre Mannschaft strahlte von jeder Position Torgefahr aus, zerlegte geradezu die 3:2:1-Deckung des Gastes, „der schließlich nicht mehr wusste, wen er von uns offensiver angehen musste“ (Marquardt). Denn alle trafen, vorzüglich eingesetzt von einer spielfreudigen Esther Meyfarth. „Der Knoten ist geplatzt“, atmete auch die umsichtige Regisseurin auf.

Die 26-Jährige selbst ließ sich nicht lumpen, markierte den Treffer zum 14:9 (25.), als ihre Mannschaft in Unterzahl war und sie selbst kurz gedeckt wurde und in die Nahwurfzone auswich. Dort hatte Rückraumkollegin Franziska Chmurski mit ihrem Auflösen an den Kreis für den nötigen Raum gesorgt. Eine von vielen ausgeklügelten Varianten, um dem durchaus bissigen Tabellenachten weh zu tun. Zur verlässlichen ersten und zweiten Welle gesellten sich erfolgreiche Abschlüsse aus der zweiten Reihe von Melina Horn und Vilte Duknaukaite, weiterhin war Lorena Lorenz ein steter Gefahrenherd am Kreis und Bibiana Huck wie gehabt eine Bank vom Punkt.

Der Lohn: eine 16:11-Halbzeitführung, die aber nach der Pause schlampig verwaltet wurde. Nach zwei Fehlwürfen und zwei Zeitstrafen war Markranstätt beim 18:15 (38.) wieder „dran“. SCM-Trainer Löther hatte seine Abwehr noch offensiver („Wir mussten irgendwas tun“) eingestellt, was den plötzlich wieder verunsicherten Fritzlarerinnen überhaupt nicht behagte. „Wir haben zu statisch gespielt und uns ohne Ball zu wenig bewegt“, kritisierte Viktoria Marquardt. Und hätte sich den Nervenkitzel nach Conrads Treffer zum 22:20 (50.) gerne erspart.

Also musste es mal wieder ihre Abwehr richten. Besonders Torfrau Vanessa Maier, die sich auch von Funkes Kopftreffer nach elf Minuten nicht beirren ließ. In der 53. Minute parierte sie zunächst einen Siebenmeter von Jenice Funke, um danach Anna Dietrich eine freie Chance weg zu nehmen. Zwei von insgesamt 14 Paraden nach der Pause, die für Torsten Löther schließlich „den Unterschied machten“. Esther Meyfarth sah das natürlich etwas differenzierter. Wusste aber auch, „dass wir über 60 Minuten im Angriff unsere Leistung abrufen müssen.“ • Fritzlar: Maier (20 Paraden/21 Gegentore), Gürbig (11.-15., 1/4); Dietrich 1, Holeczy 1, Huck 6/4, Puntschuh, Lorenz 3, Horn 3, Kerwin 3, Meyfarth 4, Duknauskaite 2, Dreyer 2, Kiwa, chmurski 1. Markranstädt: Laneus (5/15), Detjen (ab 30., 6/11); Müller 9/4, Schmidt 2, Dietrich 3, Smolik 3, Paluszkiewicz 1, Funke 1, Conrad 6, Kathner, Havel, Paul. SR: Große/Kreutz. Zeitstrafen: 8:4-Minuten. Siebenmeter: 5/4:6/7.

Von Ralf Ohm hna.de 05.11.2017

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